
Polar H10 im Test: EKG-Pulsgurt fürs HYROX-Training
Der Polar H10 misst den Puls per EKG direkt an der Brust. Wir haben den Brustgurt fürs HYROX-Training getestet: Genauigkeit, Konnektivität und für wen er sich lohnt.
Juli 2026

Der Garmin HRM 600 im Test: Laufdynamik, Schrittgeschwindigkeitsverlust und bis zu zwei Monate Akku. Was der Top-Gurt im HYROX-Training wirklich bringt.
Der Garmin HRM 600 ist Garmins Spitzen-Brustgurt. Er zeichnet Laufdynamik-Daten wie den Schrittgeschwindigkeitsverlust auf, verfügt über einen internen Speicher fürs Training ganz ohne Uhr und bietet eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Monaten. Im Test überzeugt er mit Genauigkeit und Datentiefe und erreicht 90 Prozent. Die volle Metrik-Tiefe bleibt jedoch wenigen Top-Uhren vorbehalten.
Ein Brustgurt ist beim HYROX-Training die einzige Möglichkeit, um den Puls unter Grip-Belastung ehrlich zu messen.
Der HRM 600 geht dabei über die reine Pulsmessung hinaus: Cadence, Schrittlänge, vertikale Bewegung und die neue Metrik „Schrittgeschwindigkeitsverlust” liefert er direkt vom Brustkorb. Wir haben ihn über mehrere Wochen als Referenzgerät in unseren eigenen Uhren-Tests mitlaufen lassen.
Zur Einordnung: The5krunner bescheinigt dem HRM 600 eine hohe Pulsgenauigkeit, kritisiert aber Schwächen bei der HRV-Feinauflösung. Dieser Test klärt, was der Aufpreis zum Vorgängermodell HRM-Pro Plus im HYROX-Alltag wirklich bringt.
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Markteinführung | Mai 2025 |
| Einsatz | Premium-Brustgurt mit Laufdynamik und Eigenspeicher |
| Sensor | elektrische Pulsmessung, Nachfolger des HRM-Pro Plus |
| Laufdynamik | Cadence, Schrittlänge, vertikale Bewegung, Bodenkontaktzeit, Schrittgeschwindigkeitsverlust |
| Verbindungen | ANT+ und Bluetooth gleichzeitig |
| Speicher | interne Aktivitätsaufzeichnung, Sync direkt zu Garmin Connect ganz ohne Uhr |
| Akku | Lithium-Ionen, wiederaufladbar, bis 2 Monate bei 1 h Training pro Tag |
| Gewicht | rund 18 g Sendeeinheit, rund 61 g mit Gurt (Größe M-XL) |
| Wasserdichtigkeit | 5 ATM |
| Besonderheit | Running Economy und Step Speed Loss nur mit Forerunner 970, Fenix 8 und Enduro 3 |
Die Bewegungssensoren im Gurt erfassen direkt am Brustkorb Cadence, Schrittlänge, vertikale Bewegung und Bodenkontaktzeit, ganz ohne separaten Fußsensor. Neu hinzugekommen ist der Wert „Step Speed Loss”, der misst, wie stark dein Vorwärtstempo bei jedem Bodenkontakt einbricht.
Laut Garmin gilt die Kombination aus Step Speed Loss und Running Economy als Werkzeug für eine effizientere Lauftechnik. Sie ist allerdings nur bei der Garmin Forerunner 970, der Fenix-8-Serie und der Enduro 3 verfügbar. Andere Garmin-Uhren wie die Forerunner 570 bleiben trotz gekoppeltem HRM 600 ohne diese beiden Metriken.
Der HRM 600 zeichnet eine komplette Einheit intern auf und synchronisiert sie direkt mit Garmin Connect, sobald sich dein Smartphone in Reichweite befindet.
Das ist besonders für Sportarten, bei denen eine Uhr am Handgelenk stört oder verboten ist, wie Fußball oder Kampfsport, ein entscheidender Vorteil.
Beim HYROX-Training ist der Nutzen geringer, da die Sportuhr ohnehin am Handgelenk getragen wird. Für den Fall, dass die Uhr vergessen wurde oder der Akku leer ist, bleibt der Eigenspeicher trotzdem eine Absicherung.
Der Gurt funkt parallel über ANT+ und Bluetooth und verband sich in unabhängigen Tests problemlos mit Radcomputer, Sportuhr und Zwift gleichzeitig. Das ist im Studio praktisch für ein Setup aus Ruder- oder SkiErg-Monitor, Sportuhr und Trainings-App.
Einige Nutzer berichten jedoch von Verbindungsabbrüchen nach Firmware-Updates. Laut dem Garmin-Forum löst sich das Problem in der Regel durch ein erneutes Pairing.
Garmin gibt eine Laufzeit von bis zu zwei Monaten bei einer Stunde Training pro Tag an. Unabhängige Tests kamen bei intensiverer Nutzung von rund zwei Stunden täglich auf etwa 27 Tage.
Geladen wird über ein proprietäres Kabel statt über einen direkten USB-C-Anschluss. Eine volle Ladung dauert rund drei Stunden.
Die Sendeeinheit wiegt rund 18 Gramm, mit dem waschbaren Gurt in den Größen M-XL sind es insgesamt rund 61 Gramm. Der Sensor lässt sich zum Waschen vom Gurt trennen.
Ein Brustgurt beweist sich an den Stationen, nicht auf dem Papier. Drei Bereiche zeigen, was der HRM 600 im HYROX-Training konkret liefert.
Beim Sled Push, Farmers Carry und Sled Pull spannt der Unterarm maximal an, wodurch die optische Handgelenksmessung regelmäßig unterbrochen wird.
Der HRM 600 misst dagegen elektrisch an der Brust weiter und bleibt von Grip-Belastung unbeeinflusst. Er übernimmt das Messprinzip seines Vorgängers HRM-Pro Plus.
Ein unabhängiger Testbericht ermittelte nach über 800 Testkilometern, die auf Laufen, Radfahren und Schwimmen verteilt waren, eine Abweichung von nur 1 bis 2 Schlägen pro Minute gegenüber einer medizinischen Referenz.
Für 1-km-Intervalle im Renntempo, wie sie ein HYROX-Trainingsplan vorsieht, liefert der HRM 600 Cadence und Schrittlänge in Echtzeit.
Das ist spürbar reaktionsschneller als eine rein optische Handgelenksmessung. An den drei kompatiblen Uhren ergänzt die Funktion „Step Speed Loss” diese Daten um eine Aussage zur Effizienz der Lauftechnik.
Ohne eine dieser Uhren ist der Mehrwert gegenüber einem günstigeren Gurt, wie dem Polar H10, auf den für HYROX relevanten Streckenabschnitten gering.
Ein Kritikpunkt in unabhängigen Tests war, dass das erste Pairing mit einer Garmin-Uhr ungewöhnlich viele Tastendrücke im Menü erfordert.
Ein Reviewer zählte mindestens 17 Schritte bis zur laufenden Verbindung. Danach verbindet sich der Gurt automatisch, sobald er Hautkontakt erkennt.
Für Studio-Setups mit mehreren Geräten bleibt der Gurt trotzdem die verlässlichste Wahl unter Last, ein Umstand, der auch beim Kraft- und Stationstraining an Sled und Wall Ball zählt.
Vorteile
Nachteile
Für Garmin-Athleten mit den Modellen Forerunner 970, Fenix 8 oder Enduro 3, die ihre Laufdynamik und Schrittgeschwindigkeit wirklich auswerten möchten, sowie für alle, die gelegentlich ohne Uhr trainieren, aber lückenlose Daten wünschen. Wer bereits im Garmin-Ökosystem aktiv ist und die volle Metrik-Tiefe sucht, erhält mit diesem Gurt das passende Produkt.
Nicht für: Wer keine der drei kompatiblen Uhren besitzt oder herstellerunabhängig bleiben möchte, zahlt für Funktionen, die er nie nutzen wird. In diesem Fall ist der günstigere Polar H10 die vernünftigere Wahl.
Wenn dir das HRM 600 nicht zusagt, haben wir für dich noch ein paar weiteree passende Alternativen rausgesucht:
| Modell | Wichtige Merkmale | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Polar H10 | EKG-genaue Messung, zwei Bluetooth-Kanäle, austauschbare CR2025-Batterie | Wer herstellerunabhängig den Genauigkeits-Testsieger will |
| Garmin HRM-Pro Plus | Vorgängermodell ohne Step Speed Loss, gleiches Grundprinzip | Bestandsbesitzer, die kein Upgrade brauchen |
| Polar Verity Sense | Optischer Oberarm-Sensor, kein Brustgurt nötig | Wer Komfort über maximale Präzision stellt |
Tiefstpreis: 125,49 €Höchstpreis: 139,98 €
Historische Tagespreise · Quelle: Keepa · Aktueller Preis siehe Angebot oben · Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Der Sportuhren-Vergleich für HYROX mit eigener Pulsgurt-Sektion zeigt, wie der Gurt ins restliche Setup passt.
Der Garmin HRM 600 ist der technisch ausgereifteste Brustgurt im Testfeld. Er zeichnet die Laufdynamik direkt vom Brustkorb auf, verfügt über einen Eigenspeicher, der ganz ohne Uhr auskommt, und bietet eine Pulsgenauigkeit, die selbst unter Grip-Belastung nie einbricht. Seine größten Verkaufsargumente, Running Economy und Step Speed Loss, bleiben jedoch auf drei Garmin-Uhren beschränkt.
Wer die Modelle Forerunner 970, Fenix 8 oder Enduro 3 trägt, erhält mit dem Garmin HRM 600 den passenden Datengurt.
Alle anderen holen sich mit dem günstigeren Polar H10 dieselbe HYROX-taugliche Grundgenauigkeit. 90 Prozent im Test: ein starker Gurt für ein enges Zielpublikum.