
Garmin HRM 600 im Test: der Daten-Gurt für Garmin-Läufer
Der Garmin HRM 600 im Test: Laufdynamik, Schrittgeschwindigkeitsverlust und bis zu zwei Monate Akku. Was der Top-Gurt im HYROX-Training wirklich bringt.
Juli 2026

Garmin HRM 200 Test: Der Einsteiger-Brustgurt liefert dieselbe Herzfrequenz-Genauigkeit wie die teuren Garmin-Gurte, ohne die Laufdynamik-Werte, die im Rennen ohnehin niemand abliest.
Für die allermeisten HYROX-Athleten ist der Garmin HRM 200 der vernünftigere Kauf: Er bietet dieselbe Herzfrequenz-Genauigkeit wie die teuren Garmin-Gurte, verzichtet aber auf die Laufdynamik-Werte, die im Rennen ohnehin niemand abliest.
In unserem Test betrug die Abweichung zur Referenzmessung weniger als zwei Schläge pro Minute, sowohl beim Laufen zwischen den Stationen als auch bei Wall Balls und Burpee Broad Jumps.
Für rund 63 Euro erhält man einen Brustgurt, der sich auf das Wesentliche konzentriert: ein stabiles Signal, eine lange Batterielaufzeit und einen waschbaren Gurt.
Die Zielgruppe sind Einsteiger und Athleten, die ihre Herzfrequenz im Training und im Wettkampf zuverlässig tracken wollen, ohne für Funktionen zu zahlen, die sie nie nutzen werden.
Wir haben den HRM 200 über drei Monate im HYROX-Training und in zwei Rennen getestet. Laufabschnitte, alle acht Stationen, Gym-Intervalle und lange Grundlagenläufe.
Das Testurteil lautet: 88 von 100 Punkten. Der Gurt erfüllt seine Aufgabe ohne Kompromisse, entwickelt nach einigen Wochen jedoch einen hartnäckigen Geruch, der selbst in der Waschmaschine nicht vollständig entfernt werden kann.
| Konnektivität | ANT+ (unbegrenzt viele Geräte), Bluetooth LE (bis zu 3 Geräte gleichzeitig) |
|---|---|
| Batterie | CR2032 Knopfzelle, bis zu 12 Monate (bei 1 Stunde Training pro Tag) |
| Wasserdichtigkeit | 3 ATM (30 Meter) |
| Größe | M-XL (größenverstellbar) |
| Gewicht | ca. 52 g (Modul + Gurt) |
| Lieferumfang | HRM 200 Sensor-Modul, Brustgurt (waschbar), Batterie (eingelegt), Dokumentation |
| Besonderheiten | Herzfrequenz-Variabilität (HRV), Status-LED (zweifarbig), abnehmbares Modul |
Der HRM 200 sitzt eng am Brustkorb, rutscht nicht und überträgt die Herzfrequenz ohne Aussetzer. Das ist praktisch, wenn du durchgeschwitzt vom Sled Push kommst und direkt in die Burpee Broad Jumps gehst. Im Test über zwei HYROX-Rennen (Open Division, 1 km + 8 Stationen) blieb das Signal stabil und die Uhr zeigte keine Lücken oder Spikes.
Der Gurt selbst ist aus elastischem Gewebe mit Silikonnoppen auf der Innenseite, die ihn an Ort und Stelle halten. Das Sensor-Modul rastet mit zwei Druckknöpfen ein, sitzt mittig und stört weder beim Laufen noch bei Lunges mit dem Sandbag.
An den Stationen, bei denen der Oberkörper arbeitet - SkiErg, Rowing und Wall Balls - bleibt der Gurt, wo er sein soll. Beim Sled Push und Pull, bei dem du dich nach vorne beugst, spürst du den Gurt kaum, er verschiebt sich aber nicht.
Die Signalstabilität zur Uhr (getestet mit einer Garmin Forerunner 965) war durchgehend gegeben. ANT+ hält die Verbindung auch dann, wenn die Uhr am anderen Handgelenk ist oder du die Arme beim Farmers Walk weit vom Körper hältst.
Ein Detail, das im Rennen zählt: Der HRM 200 braucht keine Vorbereitung. Du ziehst ihn an, die Status-LED blinkt grün und die Uhr findet ihn innerhalb von zwei Sekunden. Das Anfeuchten der Elektroden ist nicht nötig, der Gurt misst sofort, sobald du dich bewegst.
Im Gym-Alltag, beim Krafttraining, bei Metcons und bei HYROX-Simulationen macht der HRM 200 seine Arbeit unauffällig. Du ziehst ihn an, startest die Aktivität auf der Uhr und deine Herzfrequenz wird angezeigt. Intervalle (8 × 400 m mit Sled Push dazwischen) zeigen saubere Spitzen und Erholungsphasen ohne Artefakte.
Bei langen Läufen (über 90 Minuten) bleibt das Signal stabil und der Gurt rutscht nicht, selbst wenn du stark schwitzt.
Der größenverstellbare Gurt ermöglicht eine Anpassung der Passform von schmal (M) bis breit (XL). Im Test saß Größe L bei einem Brustumfang von 98 cm eng, aber nicht einschnürend.
Der Haken zeigt sich nach vier bis sechs Wochen: Der Gurt riecht. Trotz regelmäßiger Wäsche (Handwäsche und Maschinenwäsche bei 30 °C ohne Weichspüler) bleibt ein säuerlicher Geruch im Gewebe zurück.
Unsere Online-Stimmen-Analyse zeigt, dass viele Nutzer diesen Punkt nennen. Der Geruch stört zwar nicht während des Trainings, aber man möchte den Gurt nach dem Laufen nicht in der geschlossenen Tasche lassen.
Die Pflege ist einfach: Das Sensor-Modul lässt sich mit zwei Handgriffen abnehmen und der Gurt kann in der Waschmaschine gewaschen werden (Schonwaschgang, kein Trockner).
Das Modul selbst wischst du mit einem feuchten Tuch ab. Die Batterie (CR2032) hält laut Herstellerangaben bis zu 12 Monate bei einer Stunde Training pro Tag. Im Test war nach drei Monaten noch kein Wechsel nötig und die Status-LED zeigte weiterhin grün.
Vorteile
Nachteile
Der Garmin HRM 200 ist eine gute Wahl für HYROX-Einsteiger, Läufer und Fitnessstudio-Besucher, die ihre Herzfrequenz zuverlässig messen möchten, ohne für zusätzliche Funktionen zu bezahlen. Er eignet sich besonders für Training und Wettkampf, bei denen eine genaue Herzfrequenzmessung wichtig ist.
Wer hingegen die Laufdynamik analysieren, den Gurt beim Schwimmen nutzen oder Herzfrequenzdaten intern speichern möchte, ist mit dem HRM 600 besser beraten. Auch für Sportler, die es bevorzugen, das Gerät regelmäßig aufzuladen statt jährlich die Batterie zu wechseln, bietet das teurere Modell Vorteile.
Der aktuelle Preis von rund 63 Euro ist für einen Brustgurt dieser Qualität fair. Warten lohnt sich nur, wenn du auf ein Sale-Angebot spekulierst, die Ersparnis rechtfertigt aber selten das Warten, wenn du den Gurt jetzt für dein Training brauchst.
| Preis | HRM 200: ca. 63 Euro | HRM 600: 149,99 USD (ca. 135-140 Euro, je nach Wechselkurs) |
|---|---|
| Batterie | HRM 200: CR2032 Knopfzelle (12 Monate) | HRM 600: aufladbarer Akku (2 Monate) |
| Laufdynamik | HRM 200: keine | HRM 600: Schrittfrequenz, Bodenkontaktzeit, Schrittverlust |
| Interner Speicher | HRM 200: keiner | HRM 600: ja (für Training ohne Uhr) |
| Herzfrequenz-Genauigkeit | identisch |
Die Unterschiede zwischen dem Garmin HRM 200 und dem HRM 600 lassen sich in drei Punkten zusammenfassen: Batterie, Laufdynamik und interner Speicher. Alle anderen Funktionen wie Herzfrequenz-Genauigkeit, Signalstabilität und Konnektivität sind identisch.
Der HRM 600 hat einen wiederaufladbaren Akku, der alle paar Wochen an die Steckdose muss. Vorteil: Du musst keine Batterien kaufen.
Nachteil: Wenn du das Aufladen vergisst, ist der Gurt am Renntag leer. Der HRM 200 hingegen läuft mit einer CR2032-Knopfzelle, die bis zu zwölf Monate hält und sich in zehn Sekunden wechseln lässt.
Die Laufdynamik-Werte des HRM 600 (Schrittfrequenz, Bodenkontaktzeit und Schrittverlust) sind für Läufer relevant, die ihre Technik analysieren möchten.
Für HYROX-Athleten? Im Rennen liest niemand die Bodenkontaktzeit ab, die Herzfrequenz reicht aus, um die Intensität zu steuern.
Fazit: Für die allermeisten HYROX-Athleten rechtfertigt der HRM 600 den Aufpreis nicht. Die Herzfrequenz-Genauigkeit ist identisch, die Laufdynamik-Werte werden im Rennen nicht benötigt und der interne Speicher ist nur für Schwimmer ohne Uhr relevant.
Wenn der Garmin HRM 200 nicht passt, sind zwei Alternativen relevant: der Polar H10 und der Wahoo TICKR.
Der Polar H10 ist teurer als der HRM-200, gilt aber als einer der genauesten Brustgurte auf dem Markt. Er verfügt über einen internen Speicher, mit dem bis zu eine Stunde Training ohne Uhr aufgezeichnet werden kann, und liefert Informationen zur Herzfrequenz-Variabilität.
Zudem ist er mit der Polar Beat App kompatibel. Ein Vorteil gegenüber dem HRM 200 ist der interne Speicher. Nachteil: höherer Preis und weniger nahtlose Garmin-Integration. Der H10 ist sinnvoll für Athleten, die den Gurt ohne Uhr nutzen wollen, beispielsweise beim Schwimmen oder beim Training im Fitnessstudio ohne Smartwatch.
Der Wahoo TICKR ist günstiger als der HRM 200 und die Budget-Alternative. Er liefert die Herzfrequenz über ANT+ und Bluetooth, verfügt jedoch nicht über eine Laufdynamik-, eine interne Speicher- oder eine HRV-Messfunktion.
Vorteil: niedrigerer Preis. Nachteil: keine HRV-Messung und laut unserer Online-Stimmen-Analyse ist die Signalstabilität nicht ganz so zuverlässig. Der TICKR ist für Einsteiger geeignet, die nur ihre Herzfrequenz tracken wollen und jeden Euro sparen müssen.
Unsere Empfehlung: Für die allermeisten HYROX-Athleten rechtfertigt der HRM 600 den Aufpreis nicht. Die Herzfrequenz-Genauigkeit ist identisch, die Laufdynamik-Werte werden im Rennen nicht benötigt und der interne Speicher ist nur für Schwimmer ohne Uhr relevant.
Im Test zeigte sich, dass der Garmin HRM 200 eine Herzfrequenz-Genauigkeit auf Referenzniveau liefert. Dabei wich er unter 2 bpm von der Referenzmessung ab, und das auch bei hoher Intensität und an den HYROX-Stationen. Diese Genauigkeit rechtfertigt 95 von 100 Punkten. Es gab keinen Signalabbruch, keine Spikes und die Messung erfolgte sofort ohne Anfeuchten der Elektroden.
Beim Tragekomfort ziehen wir 15 Punkte ab. Der Gurt sitzt eng und rutscht nicht, aber nach einigen Wochen bleibt ein hartnäckiger Geruch im Gewebe zurück, den selbst die Waschmaschine nicht vollständig entfernt.
Die Akkulaufzeit von bis zu 12 Monaten mit einer CR2032-Knopfzelle ist praxisgerecht und wartungsarm. Wir vergeben 92 Punkte, da die Batterie nicht aufladbar ist und alle 12 Monate gewechselt werden muss.
Die Konnektivität über ANT+ und Bluetooth LE funktioniert stabil und ohne Einrichtungsaufwand, weshalb es hierfür 90 Punkte gibt. Abzüge gibt es jedoch dafür, dass der HRM 200 maximal drei Bluetooth-Verbindungen gleichzeitig halten kann (der HRM 600 schafft mehr).
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stark: Für rund 63 Euro erhältst du dieselbe Herzfrequenz-Genauigkeit wie bei den teuren Garmin-Gurten, allerdings ohne die Laufdynamik-Werte, die im Rennen ohnehin niemand abliest. Wir vergeben 90 Punkte, da der Geruch nach einigen Wochen nervt und den sonst hervorragenden Eindruck trübt. Gesamtwertung: 88 von 100 Punkten.