
Hyrox und Xenom wollen Fitness zum größten Sport der Welt machen
Hyrox-Gründer investieren in Xenom: Die Partnerschaft soll Fitness zum größten Sport der Welt machen, mit klaren Folgen für Athleten weltweit.
Hyrox und Xenom haben eine strategische Partnerschaft verkündet. Die Hyrox-Gründer Moritz Fürste und Christian Toetzke investieren in Xenom, eine 2026 gegründete CrossFit-nahe Wettkampfplattform, ohne dass beide Seiten Finanzdetails nennen.
Was die Partnerschaft konkret umfasst
Hyrox und Xenom arbeiten laut eigener Ankündigung in drei Bereichen zusammen: Marketing, Event-Durchführung und Education. Konkrete operative Details, etwa gemeinsame Trainingsformate oder Cross-Promotions bei einzelnen Rennen, haben beide Firmen bislang nicht veröffentlicht.
Xenom-CEO Keith Barlow erklärt die Logik dahinter gegenüber Reuters so: „Wir bewegen uns in getrennten, aber verbundenen Märkten auf demselben Fitness-Spektrum, und wir sehen eine Zukunft, in der sich Menschen zwischen diesen Bereichen bewegen.“
Damit positioniert Barlow Xenom nicht als Gegenentwurf zu Hyrox, sondern als Ergänzung für Athleten, die neben Ausdauer auch Kraft und Gymnastik testen wollen.
Wer hinter Xenom steht
Xenom ist 2026 gestartet und bezeichnet sich selbst als „Decathlon of Fitness“. Die Firma hält eine CrossFit Event Partner Series Lizenz, darf also offizielles CrossFit-Branding bei ihren Wettkämpfen verwenden.
Hinter dem Format steht Gründer und CEO Keith Barlow, langjähriger CrossFit-Wettkämpfer und Mitinhaber der PR-Agentur Fittest. Xenom sammelte eine Seed-Runde von 15 Millionen Dollar ein.
Angeführt wurde die Runde von WndrCo, der Investmentfirma von Jeffrey Katzenberg, ehemaliger Chairman von Walt Disney Studios, und Sujay Jaswa, früherer CFO von Dropbox. Beide sitzen im Xenom-Board, dem nun auch Hyrox angehört.
Zwei Formate, ein Spektrum
Hyrox folgt seit 2017 einem festen Schema: ein Kilometer Laufen, gefolgt von einer Station, achtmal in Folge. Das Format ist weltweit standardisiert, was globale Ranglisten erlaubt, und läuft mittlerweile in über 100 Städten.
Xenom setzt dagegen auf zehn fixe Events über zwei Wettkampftage, mit Krafttests wie dem 1RM Snatch und gymnastiklastigen Zirkeln aus Toes-to-Bar und Muscle-Ups. Das ist näher an CrossFit-Wettkämpfen als an Hyrox' Lauf-Stationen-Wechsel.
Die ersten Zahlen zeigen, dass Xenom noch am Anfang steht: gut 400 Athletinnen und Athleten beim Debüt in Dallas im Juni, rund 560 beim Folgeevent in London. Das entspricht laut Barlow einem Wachstum von etwa 30 Prozent zwischen den ersten beiden Events.
Wachstumspläne auf beiden Seiten
Fürste rechnet für die laufende Hyrox-Saison mit rund 2,2 Millionen Teilnehmenden, für das Kalenderjahr 2027 mit etwa 2,5 Millionen. Ein Wachstumstreiber soll Südamerika sein: Neben Argentinien und Brasilien nennt Fürste Mittelamerika und Mexiko als Regionen mit Potenzial.
Xenom plant nach dem Debüt in Dallas und London ein Event in Miami im Dezember, bevor 2027 mit Malaga die erste volle internationale Saison startet.
Beide Seiten verfolgen zudem dieselbe große Ambition: Fitness als olympische Disziplin, möglicherweise bei den Spielen 2032 in Brisbane. „Das ist das große Ziel. Wir arbeiten an den technischen Voraussetzungen dafür. Ist es sehr wahrscheinlich? Ich weiß es nicht“, sagt Fürste dazu.
Was das für Athleten in Deutschland bedeutet
Für alle, die aktuell für ihr nächstes Hyrox-Rennen trainieren, ändert die Partnerschaft erstmal nichts am Renntag selbst. Die acht Stationen, der Ein-Kilometer-Rhythmus und die Kategorien bleiben, wie sie sind, Details zu den Hyrox-Stationen und Gewichten findest du in unserem Grundlagenartikel.
Interessant wird die Partnerschaft eher mittelfristig: Hyrox hat in den letzten Monaten mehrfach in angrenzende Formate investiert, etwa bei Sweatpals für Trainingsclubs oder zuvor schon direkt bei Xenom selbst, wie wir in unserer Meldung zum Xenom-Investment der Hyrox-Gründer beschrieben haben.
Das Muster dahinter: Die Gründer sichern sich Einfluss über das gesamte Fitness-Wettkampf-Spektrum, statt Hyrox gegen neue Formate wie Xenom zu verteidigen. Für deutsche Athleten heißt das konkret, dass ein Wechsel oder eine Doppelbelastung zwischen beiden Welten künftig organisatorisch näher zusammenrücken könnte, auch wenn beide Formate sportlich unterschiedliche Anforderungen stellen.




